Riraritzelche

Ich habe mein Feinsliebchen,
ich hab mein Feinsliebchen
schon lange nimmer g'sehn,
schon lange nimmer g'sehn.

Ich sah sie gestern abend,
ich sah sie gestern abend
vor ihrer Haustür stehn,
vor ihrer Haustür stehn.

Sie sagt, ich soll sie küssen.
Der Vater braucht's nicht wissen.
Die Mutter wird's gewahr,
daß einer bei ihr war.

Ach Tochter, laß das Freien!
Es wird dich noch gereuen.
Gereuen wird es dich,
wenn du verheirat bisch.

Wann ann're junge, junge Mädelcher
mit ehre schnweiße Klädelcher
wohl auf den Tanzball gehn,
wohl auf den Tanzball gehn,

dann musch du junges, junges Weibelche
mit deinem schweeweiße Haibelche
wohl an der Wiege stehn,
wohl an der Wiege stehn.

Muscht singe: Riraritzelche,
schloof ei, mei liewes Fritzelche,
schloof ei, mei liewer Bu,
mach deine Äuglein zu!

Hättes du ihn ziehen lassen,
den Fuhrmann auf der Straßen,
den Schreiber von dem Schloß,
hättst du kein Kind im Schoß.

Un hätt die Liebe net so sehr gebrennt,
hätt ich ans Heirate net gedenkt.
Das Feuer brennt so sehr,
die Liebe noch viel mehr.

Das Feuer kann man löschen,
die Liebe nie vergessen,
jetzt, nun und nimmermehr,
jetzt, nun und nimmermehr!

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